Der Bergriff Leiter ist verwandt mit dem althochdeutschen Wort „Leitara“, das lehnen bedeutet, daher müsste die Leiter eigentlich die Angelehnte genannt werden. Eine Leiter ist ein Steiggerät aus zwei Holmen mit dazwischen angebrachten Stufen (Stufenleiter) oder Sprossen (Sprossenleiter), sagt zumindest das Lexikon. Diese Beschreibung ist korrekt, aber nicht vollständig, Leitern sind so verschieden, wie der Zweck für den sie eingesetzt werden. Die klassische Leiter dient dazu einen Höhenunterschied nach oben unter unten zu überwinden. Die Leiter wird auf einem festen Untergrund gestellt und im oberen Teil angelehnt oder angelegt, daher eine Anlegeleiter. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Menschheit wurde festgestellt, dass es auch Höhenunterschiede gibt, die keinerlei Möglichkeit des Anlehnens für die Leiter bieten. Bereits die alten Ägypter kannten und nutzten die Anlegeleiter und Gerüste. Obwohl sie geniale Bauleute waren, nutzten sie ihr Wissen nicht dazu, zwei Leitern mit einem Scharnier zu verbinden - sie bauten stattdessen ein Gerüst. Das löst Unverständnis aus, beruht aber auch einen noch heute zu beobachtenden Aberglauben. Das Unglück bringt unter einer Leiter durchzugehen, beruht auf dem Aberglauben den schon die alten Ägypter besaßen, dass die Leiter, der Boden und die Wand ein Dreieck bilden. Ein Dreieck war ein heiliges Symbol und das Betreten des Innenraums eines Dreiecks, die Verletzung es Heiligtums. In der christlichen Gedankenwelt ist die Leiter auch mit einem negativern Image besetzt, denn zur Kreuzigung wurde eine Leiter verwandt. Ebenso fand die Leiter als Folterinstrument, der Streckbank, eine Zweckentfremdung. Die Weltgeschichte würde heute wahrscheinlich anders aussehen, wenn den Menschen früher eingefallen wäre, wie man Leitern auch anders bauen kann. Die im Mittelalter stattfindenden Belagerungen der benachbarten Burgen, wäre mit einer heute ständig benutzen Sprossen- oder Stufenleiter unnötig gewesen. Die an die Burgmauern angelehnte Leiter wurde von den Verteidigern einfach weggestoßen und es gab viele Verletzte und Tote, nach dem Sturz von solch einer Leiter. Die Angreifer hätten ziemlich unbehelligt ihre Sprossenleiter vor der Burgmauer aufgestellt und die Verteidiger hätten das Nachsehen gehabt. Die moderne Leiter wird aus Aluminium gefertigt, aufgrund des geringen Gewichts und der Stabilität. Zur Vermeidung von Unfällen werden an den Enden der Leiter Kunststoffstücke aufgesetzt, diese sollen ein Rutschen auf glatten Untergründen verhindern, und die Leiter nicht zu einem elektrischen Leiter werden lassen. Trotz dieser Sicherheit passieren viele Unfälle im Haushalt im Zusammenhang mit einer Leiter. Die Ursachen dafür liegen in den seltensten Fällen an der Leiter selbst, sondern am Benutzer der Leiter. Oft wird einfach nur die falsche Leiter verwandt, aus Mangel an der Modellvielfalt die zur Verfügung steht. Die alte Leiter aus Holz hat einem Wandel vollzogen und bietet vielfältige Varianten. So werden heute Leitern produziert die höhenverstellbar sind, dadurch können unterschiedliche Arbeitshöhen mit ein und derselben Leiter erreicht werden, ein Sturz durch Strecken auf den obersten Sprossen der Leiter ist damit fast ausgeschlossen. Die alten Leitern waren mit einer Kette gegen auseinander klappen gesichert, sie wurde durch eine Metallleiste ersetzt, die eingerastet nicht nur gegen das auseinander klappen, sondern auch gegen ein zusammen klappen sichert. Die häufigste Unfallart bei der Nutzung einer Leiter ist der Verlust des Gleichgewichts, die Entscheidung alles in der Hand befindliche fallen zu lassen, wird von den Betroffenen viel zu spät zu Gunsten der Balance getroffen, oder anstatt die Leiter zu verschieben um etwas gut zu erreichen, wird ein Balanceakt durchgeführt, der meist aus rein physikalischen Gründen scheitern muss. Die Hersteller von Leitern haben dafür eine genial einfach Lösung parat, die Leiter wird zu einem variablen kleinen Gerüst, dass zusätzlich mit Laufsteg versehen werden kann. Die Gelenk-Leiter kann variabel in der Höhe verstellt werden und findet sogar ihre Standfestigkeit, wenn die beiden Seiten der Leiter auf unterschiedlich hoch gelegenen Standflächen ihren Halt finden müssen. Den wohl größten Nutzen und die größte Sicherheit bietet diese Art der Leiter, tapezieren einer Decke oder streichen der Wand. Mit einer normalen Leiter bedeutet dies, ein ständig auf- bzw. absteigen von der Leiter und verschieben. Die Gelenk-Leiter bietet die Möglichkeit eine ebene gerade Fläche zu schaffen, die einen festen erhöhten Stand bedeutet, einem sogenannten Bock, und dem Balanceakt ein Ende setzt. Die ebene Fläche sollte für diesen Zweck mit einem Brett in der Breite des Abstandes der Sprossen zwischen den Holmen abgedeckt werden und fertig ist der Laufsteg. Die eben dargestellte Verwendung ist eine Lösung, wenn solche gerüstähnlichen Leitern nur selten Verwendung finden, demnach eher für private Haushalte geeignet. Eine Konstruktion aus zwei Leitern mit einem Laufbrett und Streben gibt es auch für den ständigen Einsatz, der eine erhöhte Arbeitsposition erfordert, aber eben noch kein Gerüst benötigt. Die Verwendung und Gestalt der Leiter hat sich vom Gestell aus Holz das mit Bändern aneinander befestigt wurde, zu einem modernen und vielfältigen Gebrauchsgegenstand gemausert. Der bei richtigem Einsatz und Anwendung ein sicheres und leichtes Arbeiten ermöglicht.

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